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Tiertransporte

Weltweit...


... werden rund 50 Milliarden Tiere (Wassertiere ausgenommen) jährlich für den Verzehr geschlachtet. Jedes Tier wird hierfür mindestens einmal transportiert.
Diese Zahl betrifft nur die erfassten Tiere - die tatsächliche Zahl dürfte weitaus höher liegen.


Die Transportstrecken...

... ziehen sich über den gesamten Globus. Zwischen Herkunfts- und Bestimmungsland liegen oft tausende Kilometer über Land und Meer. Die Tiere sind großen Strapazen ausgesetzt. Betroffen sind: Rinder und Kälber, Pferde, Esel, Schafe und Lämmer, Schweine und Ferkel, Kaninchen, Hühner, Puten, Enten, Gänse, Fische, Meerestiere, Tiere, die für Tierversuche bestimmt sind, Zoo- und Zirkustiere, Hunde, Strauße, Exoten.


Sämtliche Transportmittel werden genutzt:

Lkw, Bahn, Schiff und Flugzeug, in manchen Län­dern auch Pkw und Fahrrad. Die Transporte entsprechen häufig nicht den gesetzlichen Vorgaben. Selbst bei Einhaltung der Gesetze sind die Leidenswege der Tiere unvorstellbar.
Animals' Angels e.V. ist bei den Tieren mit dem Ziel, zumindest die Tierschutzbedingungen einzufordern, zu kontrollieren und zu dokumentieren. 


ANIMALS' ANGELS will durch Aufklärung dazu beitragen, die Langstrecken-Tiertransporte letztlich abzuschaffen.



Tiertransporte - Fragen und Antworten

• Was sind die Gründe für den Transport lebender Tiere?

  • Agrarsubventionen der Europäischen Union
    Im Dezember 2005 wurden die Subventionen, d.h. die Export-erstattungen, für „Schlacht“rinder aus der EU gestrichen. Direkt subventioniert wird gegenwärtig noch der Export von sogenan­nten „Zucht“rindern aus der Europäischen Union in Länder Nordafrikas und nach Russland. Aus Steuermitteln werden pro lebendem Tier ca. 30,- €/100 kg gezahlt.
    Ein weiteres Beispiel ist der Erlass von Importzöllen: Die Einfuhr von z.B. Kälbern in die EU wird duch den Wegfall von Importzöllen wirtschaftlich gefördert. Mit der Folge, dass Kälber über weite Strecken in die EU importiert werden.

  • Spezialisierung der industriellen Agrarwirtschaft
    Die industrielle Agrarwirtschaft funktioniert nach denselben Prinzipien wie herkömmliche Wirtschaftsbetriebe. Die Arbeits­schritte werden getrennt und dorthin verlagert, wo die Produk­tionsbedingungen die größte Gewinnspanne versprechen. Indus­trielle Zucht, Haltung und Mast konzentrieren sich auf die Regionen Europas, in denen Futter- oder Lohnkosten günstig oder die Tier­schutzstandards niedrig sind.   

  • Zentralisierung von Schlachtbetrieben.
    Mit EU-Geldern (Steuergeldern) werden Großschlachthöfe errichtet. Um ihre Kapazitäten auszuschöpfen, locken sie mit gün­stigen Preisen. Kleinere, regionale Schlachthöfe können nicht konkurrieren und schließen, die Folge sind längere Transport­strecken.

  • Präferenzen bei Schlachtung und Fleisch
    Aus religiösen und traditionellen Gründen verlangen manche Län­der lebende Tiere, um nach landeseigenen Riten zu schlachten. So wurden 2005 aus Deutschland rund 50.000 Rinder in den Mittleren Osten verschifft. Kälber werden von Deutschland nach Spanien transportiert zum Mästen für das begehrte weiße Kalbfleisch. Pferde werden überwiegend lebend transportiert, weil in Importländern wie Frankreich und Italien die Verbraucher angeb­lich Kühlfleisch nicht akzeptieren.


• Warum transportiert man kein Kühlfleisch statt der lebenden Tiere?

Fordert man beim Statistischen Bundesamt Zahlen über Transporte von Tieren an, wird deutlich, dass Tiere als Ware betrachtet werden. So muss man eine Warennummer angeben und erhält dann Angaben in Stück oder Tonnen. Der Markt funktioniert nach demselben Muster, wie bei leblosem Stückgut: Angebot und Nachfrage, Einkaufspreis und Verkaufsspanne. 


Wie viele Tiere sind auf einem Tansporter?

Die Transporter werden je nach Tierart in der Regel auf ein bis vier Ladeebenen beladen. Pferde einstöckig, Rinder zweistöckig, Schweine, Schafe und Kälber dreistöckig und Jungtiere wie Läm­mer und Ferkel auch vierstöckig.

Festgelegt ist zudem die Anzahl der Tiere pro Abteil bzw. pro Quadratmeter. Bei großen Transportfahrzeugen steht z.B. für Pferde eine Lade­fläche zwischen 33 und 38 m2 zur Verfügung. D.h. es dürften zwis­chen 18 und 22 erwachsene Pferde (1,75 m2 nach TierSchTrVO) geladen werden. Wir zählten aber auch schon 35 Pferde. Viel zu eng geladene Tiere sind eines der häufigsten Probleme bei Tiertransporten


Wie lange dauert ein Transport?

Der kürzeste Transport ist derjenige, der in den nächstgelegenen Schlachthof führt. Im günstigsten Fall transportiert der Bauer selbst das Tier innerhalb von ein bis zwei Stunden. Meistens jedoch wer­den die Tiere an zentralen Umschlagplätzen oder Märkten von Händlern gekauft und zu weit entfernten Schlachthöfen trans­portiert.

Einige Beispiele für Transporte und Transportzeiten, dokumentiert von Animals' Angels-Teams. In den Zeitangaben sind die Entladezeiten an EU- Aufenthaltsorten (Stallungen) enthalten.

  • Pferde von Weißrussland nach Sardinien. Dauer: 5 Tage.
  • Schafe von Spanien nach Griechenland. Dauer: 3 Tage
  • Kälber von Deutschland nach Spanien. Dauer: 25 Stunden.
  • Bullen von Deutschland in den Libanon. Dauer: 6-8 Tage.    
Tiere, die per Schiff z.B. von Australien nach Ägypten transportiert werden, sind ca. 3 Wochen unterwegs.       

Dokumentiert sind die Durchschnittszeiten. Unvorhergesehene Verzögerungen wie z.B. durch Unfälle, Staus auf Autobahnen und an Grenzen sind nicht eingerechnet.


Werden die Tiere unterwegs versorgt?

Kontrollen staatlicher Stellen finden zu selten statt. Aus diesem Grund entladen und versorgen nur die verantwortungsbewussten Transporteure. Bei Langstreckentransporten müssen die Fahrzeuge über Futtervorrat verfügen und mit einem Tränkesystem ausges­tattet sein. Immer wieder beobachten wir, dass die Tränkevorrich­tungen von den Tieren nicht bedient werden können. Beispiel: nicht artgerechte oder falsch platzierte Tränkevorrichtungen oder zu wenige für die Anzahl der Tiere.



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